Dienstag, 14. Februar 2012

Dienstag nach Feierabend

Den Arbeitstag habe ich hinter mich gebracht. Eigentlich könnte ich ganz zufrieden sein, habe einiges erledigt, was auch zu erledigen war. Nach Eintrag der Feierabendstunde zeigt mein Arbeitszeitkonto neun Nettoarbeitsstunden. Also kann mir auch keiner einen Vorwurf machen, dass ich mich heute gerade einmal so hätte blicken lassen.

Ich bin nicht gleich nach Hause gefahren. Was soll ich da? Gut, es wäre Wäsche zu waschen. Und sonst?

Also noch einen kurzen Spaziergang durch die Stadt gemacht, allerdings ohne rechtes Ziel. Einkaufen? Was denn, bitte? Ich brauche im Moment nichts und Geld ausgeben zum Zeitvertreib muss ja nicht sein. Ich schlenderte im nasskalten Wetter weiter durch die Fußgängerzone und bemerkte schwach die kleine Panik in mir, die mich ab und zu nach Feierabend befällt, wenn ich das Gefühl bekomme, dass irgendwann die große Katastrophe hereinbricht, weil ich zu wenig gearbeitet habe. Das Gefühl wird sich vermutlich bald wieder verflüchtigen. Hoffentlich.

Valentinstag. Ein Kollege hatte Blumen für die Ehefrau gekauft. Bei meinem Spaziergang bemerkte ich einige wenige Männer, die offenbar das gleiche Geschenk für ihre Partnerinnen (oder Partner) angeschafft haben. Sicher wird sich auch dieses Jahr meine Mutter darüber beschweren, dass ich nicht an sie gedacht habe. Soll sie. Ich habe noch nie an diesem Tag an jemanden in Liebe gedacht. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beruht das auf Gegenseitigkeit.

Irgendwann rollt die Graue Ratte dann doch ihren Schwanz ein, fährt nach Hause und zählt die Tage bis zum nächsten, viel zu kurzem Wochenende.

Meine Güte, diese Depri-Anfälle kommen immer öfter, je älter ich mich fühle und auch werde. Die gefühlten Jahre haben die tatsächlichen wahrscheinlich schon lange überholt. Wenn das `mal gut geht...



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